Gefärbte Milch im Wasser, blau und grün

Mit Tropfenfotografie fantastische Kunstwerke erschaffen

Es gibt manche Gestaltungsmethoden, die sind einfach genial. Die Tropfenfotografie z. B. gehört dazu. Nur ein paar Utensilien, die euch insgesamt keine 10€ kosten reichen schon aus, um einzigartige fotografische Kunstwerke zu kreieren. Für ein Foto-Projekt wollte ich das Stresshormon Adrenalin visualisieren und stellte mir vor, wie es in den entsprechenden Situationen durch unseren Körper rauscht und uns mit der nötigen Energie, aber auch Vorsicht versorgt. Zur Realisierung solcher Bilder habe ich mich der faszinierenden Tropfenfotografie-Technik bedient, die ihr selbst kinderleicht nachmachen könnt.

Gefärbte Milch im Wasser, lila
Atemberaubende Welten erschaffen mit Milch und Wasser
ISO 200 | 85mm | f20 | 1/200s
© Christian Berg | www.bergfolio.de

Milch, Lebensmittelfarben und ganz viel Wasser

Sicher habt ihr es schon einmal gesehen, wenn eine dickflüssige Konsistenz ins Wasser tropft und sich langsam und von Sekunde zu Sekunde weiter ausbreitet und einzigartige Muster und surreale Formen erzeugt. Mit wenigen Materialien ist das Ganze für ein Fotoshooting sehr leicht vorzubereiten, sodass ihr euch schnell und einfach in diese Fototechnik stürzen könnt. Alles was ihr dafür braucht ist folgendes:

  • ein durchsichtiger viereckiger Behälter (z. B. 20cm x 9cm x 14cm)
  • eine Pipette
  • mehrere Becher mit Milch (am besten 3,5%) oder Sahne gefüllt
  • Lebensmittelfarbe
  • ein schwarzer Hintergrund
  • ganz viel Wasser

Falls ihr keine schwarze Wand zu Hause habt, könnt ihr auch einfach eine schwarze Decke, ein schwarzes Stofftuch oder ähnliches an eurer Wand befestigen. Davor stellt ihr dann euren Behälter, den ihr fast bis zum Rand mit Wasser füllt. Ich habe eine größere Vorratsbox genommen, die es bei Edeka zu kaufen gibt. Alternativ eignet sich ein Aquarium (natürlich ohne Inhalt 😉 ) oder auch eine große viereckige Vase. In unmittelbarer Nähe stellt ihr dann eure Milchbecher hin, damit ihr problemlos die Milch vom Becher ins Gefäß geben könnt. Je fetthaltiger die Milch ist, desto langsamer „bewegt“ sie sich, sobald sie im Wasser ist. Ihr könnt also auch Sahne recht gut dafür verwenden.

Materialien, die gebraucht werden: schwarzer Hintergrund, Becher mit Milch, Pipette, Lebensmittelfarbe, durchsichtiger Behälter
Nur ein paar Materialien genügen, um Flüssigkeit eindrucksvoll zu fotografieren
© Christian Berg | www.bergfolio.de

So geht’s: Tropfenfotografie mal etwas anders

Eure Kamera befestigt ihr auf eurem Stativ, weil wir hier mit einer langen Belichtungszeit arbeiten müssen und ihr sonst keine scharfen Bilder bekommt. Ich habe mein Canon EF 85mm/ 1,8 Objektiv dafür genommen und die Blende i. d. R. auf f16 eingestellt. Falls ihr nicht über ein professionelles Lichtsystem verfügt, empfehle ich auf jeden Fall einen Blitz auf der Kamera (bei mir: Canon Speedlite 430EX II). Ansonsten werden eure Bilder viel zu dunkel. Richtet den Blitz nicht frontal auf euer aufgebautes Set, sondern mit einer kleinen Neigung nach oben. Probiert einfach ein bisschen rum, bis ihr mit dem Ergebnis zufrieden seid und euer Blitzlicht nicht vom durchsichtigen Gefäß reflektiert wird. Ich empfehle zusätzlich einen Fernauslöser. So seid ihr flexibler, könnt schneller reagieren und verhindert ein Erschüttern der Kamera.

Wenn ihr soweit alles aufgebaut und den Bildausschnitt eingestellt habt, geht es ans Eingemachte. Nehmt eure Lebensmittelfarbe zur Hand und färbt eure Milchbecher ein wenig damit ein. Je mehr Farbpulver, desto intensiver die „neue“ Farbe der Milch. Dimmt dann das Licht eures Raumes oder verdunkelt den Raum komplett, da unsere Lichtquelle primär der Blitz sein soll. Nehmt dann mit der Pipette eine der Flüssigkeiten auf und gebt ein paar Tropfen von oben ins Gefäß. Dann braucht ihr nur noch den Fernauslöser betätigen und immer mal wieder auszulösen. Schaut euch dann eure ersten Bilder an, um ein Gefühl zu bekommen, wie schnell sich die Milch/Sahne ausbreitet und ab wann sie möglichst große Formen bildet. Diesen Vorgang könnt ihr ein paar mal wiederholen. Dann müsst ihr allerdings den Wasserbehälter leeren und mit frischem Wasser auffüllen. Ansonsten sind eure Bilder trüb und neue Milchtropfen sehr schwer zu erkennen.

Lasst eurer Kreativität dann einfach freien Lauf und kombiniert verschiedene Farben, indem ihr z. B. erst die blaue Milch und dann ganz schnell die rote Milch ins Wasser gebt. So entstehen wahrhaft bunte und eindrucksvolle Bilder, die mal einer Ansammlung von Quallen, mal einer fremdartigen Galaxie und mal einem Aquarell-Gemälde gleichen.

Bevor ihr eure Tropfenfotografie dann beendet, solltet ihr die verbleibende Milch im Becher einmal komplett ins Gefäß leeren und währenddessen den Auslöser betätigen. Auf den letzten zwei Aufnahmen der folgenden Bilder seht ihr, wie das dann aussehen kann.

Fotoserie „Adrenalin“

Wie eingangs erwähnt, sollte die oben beschriebene Fototechnik das Stresshormon Adrenalin auf künstlerische Weise visualisieren. Meiner Meinung nach hat das sehr gut funktioniert. Oder was meint ihr? Habt ihr auch schon Tropfen fotografiert oder noch weitere Anmerkungen zu dieser Fototechnik?

Gefärbte Milch im Wasser, lila
ISO 200 | 85mm | f20 | 1/200s
© Christian Berg | www.bergfolio.de
Gefärbte Milch im Wasser, mehrfarbig
ISO 200 | 85mm | f6,3 | 2,0s
© Christian Berg | www.bergfolio.de
Gefärbte Milch im Wasser, blau und grün
ISO 200 | 85mm | f16 | 1/200s
© Christian Berg | www.bergfolio.de
Gefärbte Milch im Wasser, mehrfarbig
ISO 200 | 85mm | f16 | 1/200s
© Christian Berg | www.bergfolio.de
Gefärbte Milch im Wasser, blau
ISO 200 | 85mm | f16 | 1/200s
© Christian Berg | www.bergfolio.de
Gefärbte Milch im Wasser, grün
ISO 200 | 85mm | f16 | 1/200s
© Christian Berg | www.bergfolio.de
Ungefärbte Milch im Wasser
ISO 200 | 85mm | f16 | 1/200s
© Christian Berg | www.bergfolio.de
Ungefärbte Milch im Wasser
ISO 200 | 85mm | f16 | 1/200s
© Christian Berg | www.bergfolio.de

Weitere Impressionen meiner Foto-Arbeiten findet ihr auf meiner Portfolioseite unter

WWW.BERGFOLIO.DE

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